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Merkmal- und Prototypensemantik

Die Merkmalsemantik beschreibt die Intension eines Ausdrucks durch eine bestimmbare Menge semantischer Merkmale. Intensionale Merkmale sind notwendige Merkmale einer Katgeorie um sie von anderen Kategorien abzugrenzen. Wenn ein Ausdruck in semantische Merkmale zerlegt wird, nennt man dieses Dekomposition. Diese Dekomposition führen wir intuitiv im Alltag durch und wird auch semantische Kompetenz genannt. Demnach wissen wir intuitiv, dass es sich bei dem Ausdruck Professor um eine männliche, menschliche Person handelt, die an der Universität lehrt und forscht. Die Kombination dieser Bedeutungseinheiten, oder auch Seme genannt, stellt die Extension des Ausdrucks dar. Semantische Merkmale sind distinktiv. Das bedeutet, dass durch sie Wortbedeutungen voneinander abgegrenzt werden. Durch die Gegenüberstellung von distinktiven Merkmalen erhält man die semantische Opposition.

Im Gegensatz zur Merkmalsemantik sind bei der Prototypensemantik die Vertreter einer Kategorie durch Familienähnlichkeiten verbunden (Wittgenstein, Philsophische Untersuchungen). Es handelt sich um charakteristische Merkmale einer Kategorie, die jedoch nicht alle Vertreter teilen. Somit handelt es sich nicht um scharfe Grenzen, wie sie die Merkmalsemantik bestimmt, sondern lediglich um Ähnlichkeiten. Dieses wird schon deutlich, wenn man an eine Tasse denkt. Manche verbinden mit diesem Ausdruck einen Behälter mit Henkel, manche einen großen Becher und wieder andere ein kleines, filigranes Porzellantässchen. So gehen unsere Vorstellung von einem Ausdruck auseinander, jedoch gibt es auch ein gemeinsames Attribut: Bei einer Tasse handelt es sich um ein Gefäß, in das man Flüssigkeit gießen kann. Diese Attribute, die in einer Kategorie häufig vorkommen, nennt man auch Schlüsseleigenschaften. Der Prototyp, der im Zentrum eines Konzept steht (also in dem oben genannten Beispiel "Tasse"), wird durch die typischen Merkmale definiert. Ob nun ein Ausdruck zu diesem Konzept gehört, wird durch den Vergleich mit dem Prototypen entschieden. Die Zugehörigkeiten der verschiedenen Repräsentanten wird am Grad seiner Zugehörigkeit gemessen. Man spricht von der graduellen Zugehörigkeit. Auf der sog. Basisebene befinden sich Lexeme, bei denen die Schlüsseleigenschaften besonders ausgeprägt sind.

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