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Ambiguität

Wenn wir einen Begriff sehen, hören bzw. wiedergeben, gehen wir davon aus, dass dieser eine Bedeutung hat, die allgemein bekannt ist und von allen - beziehungsweise konkret - von unserem Gegenüber erkannt sowie verstanden wird. In der Praxis sieht dies allerdings anders aus: (Sehr) viele Wörter können mehrere alternative Bedeutungen haben, die auf der Morphem-, Satz- und Wortebene analysiert werden können. Das führt dazu, dass Sätze auf verschiedene Weisen gelesen (man spricht von verschiedenen Lesearten von Ausdrücken) und verstanden werden können.

Die Ambiguität befasst sich also mit der Mehrdeutigkeit sowie der Doppeldeutigkeit/Uneindeutigkeit hinsichtlich der Bedeutung eines Wortes, in der Semantik auch Lexem genannt. Man kann die Ambiguität in verschiedene Bereiche gliedern. Zum einen in die lexikalische Ambiguität, die Homonymie (inkl. aller Unterklassifizierungen), Polysemie und Vagheit umfasst, und zum anderen in die kontextuelle/kompositionale Ambiguität, zu der Metonymie, Metapher und Differenzierung gehören. Weitere Formen der Ambiguität sind die strukturelle Ambiguität sowie die Skopusambiguität.

Lexikalische Ambiguität (Ebene der Ausdrucksbedeutung)

Homonymie

Homonymie liegt vor, wenn wir zwei Lexeme haben, die zwar die gleiche Laut- und/oder Schriftform haben, aber nicht in einer inhaltlichen Verbindung zueinander stehen. So hat beispielsweise "die Bank" als Sitzgelegenheit nichts mit dem Finanzinstitut zu tun. Diese gleiche Form zweier Lexeme hat sich meistens im Lauf der Zeit durch den Sprachwandel historisch gebildet, wobei man heutzutage den etymologischen Ursprung nicht mehr kennt oder die gleiche Form ist zufällig entstanden. Zentral für die Bestimmung der Subklassen der Homonymie sind die Begriffe "Lautgestalt" und "Schreibweise."

Während bei der Homographie (Homonymie hinsichtlich der Schreibweise) die gleiche Schriftformentscheidend ist, wie z.B. "Stock" (Gehhilfe/Etage), betrachtet man bei der Homophonie (Homonymie hinsichtlich der Lautgestalt) die Lautform z.B. (er) fiel/viel. Viele homonyme Wörter sind sowohl homograph als auch homophon, dennoch kann man nicht von diesem Grundsatz ausgehen, denn es gibt sowohl homographe Wörter die nicht homophon sind und umgekehrt.

Die letzte Unterscheidung erfolgt anhand des Plurals: Stimmt der Plural der beiden Lexeme bzw. stimmen alle Wortformen miteinander überein, spricht man von totaler/kompletter Homonymie wie z.B. bei "Fliege" -> Fliegen (Insekten)/Fliegen (Herrenkleidungsstücke). Stimmen nur die Singularformen, jedoch nicht die Pluralformen überein bzw. gibt es Unterschiede bei mindestens zwei Formen, spricht man von partieller Homonymie wie z.B. bei "Band" -> Bänder (Schnur) und Bands (Musikgruppen).

Polysemie

Klar von der Homonymie abzugrenzen ist die Polysemie. Ein Lexem ist polysem, wenn es mehrere miteinander verbundene Bedeutungen/Lesearten gibt. Das heißt konkret, die Homonymie arbeitet mit zufälligen Mehrdeutigkeiten, die Polysemie mit Bedeutungsvarianten eines Lexems wie bei "Stimme" (Ton/Wahl).

Verhältnis Homonymie – Polysemie

Die Polysemie mit ihren Bedeutungsvarianten tritt viel häufiger auf als die Homonymie. Für die Unterscheidung beziehungsweise Zuordnung ist es wichtig, sich klarzumachen, ob es sich bei einer Ausdrucksform, die in mehreren Bedeutungen verwendet wird, um ein oder zwei Lexeme handelt. -> Homonymie: Mehrfachbedeutungen -> verschiedene Lexeme (zwei Lexeme) und Polysemie: zwar Mehrfachbedeutungen -> jedoch ein Lexem. (vgl. Löbner 2003: 61).

Strukturelle Ambiguität

Während wir es bei der Homonymie/Polysemie mit selbstständigen mehrdeutigen Lexemen zu tun hatten, betrachtet man bei der strukturellen Ambiguität den ganzen Satz. Ein Satz kann bei mehr als einer morphosyntaktisch regelkonformen Struktur Mehrdeutigkeit auslösen, indem er Syntagmen erhält, die unterschiedliche syntaktische Funktionen haben können. Am einfachsten lässt sich dies am folgenden Witz erklären:

"Kommt eine Kundin in einen Laden und fragt den Verkäufer: "Kann ich das Kleid im Schaufenster anprobieren?" Sagt der Verkäufer: "Das ist nicht nötig, verehrte Dame. Wir haben Umkleidekabinen." (vgl. Drügh et al. 2012: 103)

Der Satz "Das Kleid im Schaufenster anprobieren" kann auf zwei Weisen gelesen werden. Einmal möchte die Dame das Kleid im Schaufenster anprobieren (Lokaladverbial) und zweitens, die ursprüngliche Intention der Dame, sie möchte das Kleid, das im Schaufenster hängt (Attribut) anprobieren. Die Präpositionalphrase "im Schaufenster" ist ambig, denn sie lässt zwei Lesearten zu.

Skopusambiguität

Die Skopusambiguität ist eine Form der Ambiguität, die sich mit dem Skopus (Wirkungsbereich von Wörtern), konkret mit der semantischen/syntaktischen Reichweite eines Ausdrucks befasst. Dabei wird die Mehrdeutigkeit weder durch einzelne mehrdeutige Wörter ausgelöst, wie bei der lexikalischen Ambiguität, noch durch unterschiedliche syntaktische Funktionen, wie bei der strukturellen Ambiguität.
Vielmehr zentral dafür sind die sogenannten Quantoren, meist durch Indefinitpronomen wie „einige/manche/alle/jeder/kein" oder den unbestimmten Artikel „ein" realisiert.
Vereinfacht gesagt sind Quantoren Ausdrücke, die Satzaussagen spezifizieren und konkretisieren, nämlich indem sie festlegen, wie viele/welche Syntagmen eines Satzes durch diesen modifiziert werden.

Beispiel: „Ein Hund holt die Zeitung." In diesem Satz haben wir (nur) einen Quantor „ein", der „Hund" näher spezifiziert. Das Auftreten eines Quantoren lässt nur eine klare Bedeutung/Leseart zu.
Enthält ein Satz jedoch mehrere (zwei) dieser Quantoren, so kommt es zu Ambiguität.

Das kann man an folgendem Satz erkennen: „Ein Handy gehört jedem Studenten." Die 1. Leseart ist: Jeder Student besitzt (irgend)ein Handy. Die 2. Leseart: Es gibt ein bestimmtes Handy (einer Firma), das jeder Student hat.
Darüber hinaus ist auch eine Negation bei der Skopusambiguität möglich. Statt zwei Quantoren liegen dann ein Quantor und eine Negation vor, die den Satz ambig machen.

Beispiel:Jeder Vogel singt nicht." Die 1. Leseart lautet dann: Alle Vögel singen nicht. Die 2. Leseart: Nicht jeder Vogel singt, aber manche/einige/viele tun es schon.

Vertiefende Lektüre und Quellen:

Löbner, Sebastian (2003): Semantik. Eine Einführung. Berlin: Walter de Gruyter.

Germanistik (Sprachwissenschaft, Literaturwissenschaft, Schlüsselkompetenzen). Hrsg. von Heinz Drügh/Susanne Komfort-Hein/Andreas Kraß u.a. Stuttgart: Klett.

Lüdeling, Anke (2009): Grundkurs Sprachwissenschaft. Stuttgart: Klett.

Meibauer, Jörg u.a. (2007) Einführung in die germanistische Linguistik, Stuttgart/Weimar: Metzler.

Kontextuelle Ambiguität (Ambiguität durch semantischen Kompositionsprozess)

Metonymie

Bei der Metonymie (als Sonderform der Polysemie) gibt es viele "Beziehungen", wo statt eines Begriffes aufgrund seiner lexikalischen Bedeutung ein anderer (naher) Ausdruck verwendet wird, der allerdings zur Grundbedeutung des eigentlichenBegriffes gehört - das heißt, die beiden Lexeme ("Ersetztes" und "Eigentliches" Objekt) stehen in einer zeitlichen, räumlichen, ursächlichen, logischen oder sachlichen Zusammengehörigkeit zueinander.

Beispiel: "Deutschland meckert über den Regen." - eigentlich: Deutschlands Bürger.

Formen

Die häufigsten metonymischen Beziehungen sind: Teil-Ganzes, Autor/Künstler-Werk, Individuum-Gruppe, Gefäß-Inhalt, Hauptstadt-Regierung, Ursache-Wirkung, Besitzer-Besitztum, Ort/Land/Zeit für Inhalt/Person, Sinnbild-Abstraktum (nach Quintilian).

Metapher

Die Metapher ist von der Metonymie abzugrenzen. Die Hauptfunktion der Metapher ist es, abstrakte und komplexe Zusammenhänge sowohl sprachlich als auch kognitiv fassbar zu machen.
Der Begriff der Metapher lässt sich wie folgt formulieren:
Aus einem sogenannten „Herkunftsbereich" (manchmal auch als „Quellbereich" bezeichnet) werden Konzepte für Dinge entliehen, um damit Dinge aus einem anderen Bereich, dem sogenannten „Zielbereich", zu beschreiben. Bei der Redensart: „Auf einer Erfolgswelle reiten" ist das Bild eines Surfers auf einer Welle der „Herkunftsbereich", der „Zielbereich" ist diejenige Person die über eine längere Zeitspanne ungewöhnlich viel Erfolg hat. Ein weiteres Beispiel ist: „Das Leben („Zielbereich") ist eine Reise („Herkunftsbereich").
„Jede Metapher stellt eine Analogie her: für parallele Dinge im „Zielbereich" werden Begriffe aus dem „Herkunftsbereich" angepasst." (vgl. Löbner 2003: 70)
Im Gegensatz zur Metonymie ist die Welle aus dem Beispiel nicht mit dem langanhaltendem Erfolg einer Person verknüpft, die parallel gesetzten Komponenten der Metapher gehören separaten Bereichen an und es besteht zwischen ihnen keine Zugehörigkeitsbeziehung; als auch bei dem Beispiel "Das Leben ist eine Reise", denn das Leben ist nicht an eine Reise, oder umgekehrt, geknüpft. Das, was die beiden Komponenten verbindet, ist, dass sie im „Herkunftsbereich" und im „Zielbereich" ähnliche (analoge) Rollen ausfüllen.

Metaphernarten

Es wird neben Metaphern, bei denen die Deutung alles andere als offen zutage liegt u.a. zwischen der lebendigen, innovativen Metapher, die neu und überraschend wirkt, und der konventionalisierten Metapherdifferenziert. Mit Konventionalisiert ist gemeint, dass eine Metapher nicht mehr neu, aber auch noch nicht lexikalisiert worden ist, oft wirkt sie klischeehaft wie z.B. „die Sonne lacht" die Bedeutung dieser Aussage erklärt sich uns durch ihre häufige Anwendung praktisch von selbst. „Die Sonne grinst" wiederrum wäre ein Beispiel für eine innovative Metapher. Es gibt auch sogenannte Ex-Metaphern, die lexikalisiert wurden wie z.B. „Wolkenkratzer", „Schloss" (Burg, die ein Tal „abschließt") oder „Tischbein".
Der Übergang ist jedoch stets fließend und nicht deutlich abgrenzbar.

Vertiefende Lektüre und Quellen:

Löbner, Sebastian: Semantik. Eine Einführung. Berlin 2003.

http://www.joachimschmid.ch/docs/DMtMetapher.pdf (28.08.13)

Germanistik (Sprachwissenschaft, Literaturwissenschaft, Schlüsselkompetenzen). Hrsg. von Heinz Drügh/Susanne Komfort-Hein/Andreas Kraß u.a. Stuttgart: Klett.

Vagheit

Vagheit beschreibt die Eigenschaft von Begriffen, insbesondere die von Prädikaten. Man spricht davon, dass ein Begriff vage ist,
- „[w]enn der Begriffsumfang (die Extension) ungenau ist"; Prädikate sind häufig ungenau.
- „wenn es Objekte gibt, von denen nicht mit Bestimmtheit gesagt werden kann, ob sie zu der Menge von Objekten gehören, die mit diesem Begriff bezeichnet werden oder die mit dem Prädikat bezeichnete Eigenschaft aufweisen (sog. Grenzfälle)" (vgl. Wikipedia); ob die Blume nun orange ist oder nicht, kann nicht unbedingt festgelegt werden, vor allem nicht wenn sie ins Rötliche tendiert.

Ob z.B. ein Hügel bereits ein Berg ist, hängt von der Wahrnehmung einer Person ab. Dieses Kriterium ist graduell. Was der eine noch als Hügel ansieht, kann für den anderen bereits ein Berg sein. Die Denotation (= Weite, Umfang eines Begriffs) des Wortes „Berg" weist flexible Grenzen auf. Das Wort „Berg" hat nun aber nicht unendlich viele Bedeutungsvarianten, es kommt darauf an ab welcher Höhe man die Grenze zwischen einem Hügel und einem Berg zieht. Das Konzept „Berg" ist vage; es passt sich dem jeweiligen Kontext an. Vagheit ist bei Konzepten, die Merkmale beinhalten deren Wert auf einer kontinuierlichen Skala variieren können, zu verzeichnen. Die Farbe Orange, bei unserem Blumenbeispiel, hat eine vage Bedeutung, da wir das Farbspektrum als ein Kontinuum mit fließenden Übergängen empfinden. Kleinste Unterschiede in der Quantität oder Qualität der z.B. Farbeigenschaft von Orange sind für uns nicht wahrnehmbar; wird der Farbton von etwas Oranges, was wir vor uns liegen haben, bezüglich Farbton, Sättigung und Hellwert etwas verändert, werden wir es danach trotzdem noch als orange bezeichnen. Kleinste Unterschiede spielen für die korrekte Bezeichnung einfach keine Rolle.
Logischerweise sind steigerbare Adjektive generell als vage zu bezeichnen.
Vagheit kann in Verbindung mit Polysemie auftreten, ein Beispiel dafür: jede Bedeutungsvariante von „leicht" („gewichtig", „schwierig" usw.) ist vage. „Die jeweils zugrunde liegenden Skalen sind klar verschieden (Polysemie)", aber wo nun genau eine Grenze zwischen „leicht" und „nicht leicht" auf der jeweiligen Skala gezogen wird, ist eine Frage des Grades.

Vertiefende Lektüre und Quellen:

http://zope.linguistik.hu-berlin.de/institut/professuren/sprachwissenschaft/lehre/archiv/ss2005/gk_sem/GK_Semantik_04_Ambiguitaeten.pdf (25.08.13)

Germanistik (Sprachwissenschaft, Literaturwissenschaft, Schlüsselkompetenzen). Hrsg. von Heinz Drügh/Susanne Komfort-Hein/Andreas Kraß u.a.. Stuttgart: Klett.

Löbner, Sebastian: Semantik. Eine Einführung. Berlin 2003.

Differenzierung

Differenzierung lässt sich am einfachsten an folgenden Sätzen (vgl. Löbner 2003) erklären:
a. John verlor seinen Freund in dem überfüllten Bahnhof.
b. John verlor seinen Freund, weil er es nicht lassen konnte, üble Witze über ihn zu machen.
c. John verlor seinen Freund bei einem tragischen Unfall.
John verlor seinen Freund" hat in jedem der drei Beispielsätze eine andere Lesart.
In a) hat das Verb „verlieren" die Bedeutung den Kontakt zu verlieren.
In b) eine Freundesbeziehung zu verlieren
Und in c) den Freund als Person.
In allen drei Sätzen hat das Wort „verlieren" etwa die Bedeutung von „aufhören zu haben". Der jeweils gegebene Kontext der Sätze gibt an, was konkret unter „haben" zu verstehen ist.
Diese Bedeutungsverschiebung von „verlieren" nennt Bierwisch (1982: 11) „begriffliche Differenzierung"; vereinfacht als „Differenzierung" zu bezeichnen. Hierbei ist das Resultat der Bedeutungsverschiebung ein „Spezialfall" der ursprünglichen Bedeutung.

Vertiefende Lektüre und Quellen:

Löbner, Sebastian: Semantik. Eine Einführung. Berlin 2003

Germanistik (Sprachwissenschaft, Literaturwissenschaft, Schlüsselkompetenzen). Hrsg. von Heinz Drügh/Susanne Komfort-Hein/Andreas Kraß u.a. Stuttgart: Klett.

Kurzer Überblick der Unterschiede von Metonymie, Metapher und Differenzierung

- Bei der Metonymie findet eine Verlagerung des Konzepts auf eine seiner Komponenten statt.
- Bei Metaphern findet eine Verschiebung des Konzepts in einen anderen Bereich statt.
- Bei der Differenzierung wird eine Spezifikation zum Konzept hinzugefügt.

Das Kurzwort

Kurzwörter begegnen uns im Alltag an jeder Ecke, in jeder Zeitung und in fast jedem Gespräch. Vor allem die Medien (Presse) verwenden sie, wie z.B.: ADAC, Demo, PC, SAT 1 usw. Sie sind Abkürzungen eines Wortes, das nicht nur geschrieben, sondern auch verkürzt gesprochen wird. Siglen wie z.B. „&" oder „§" und orthografische Kürzungen wie z.B. „usw." oder „ca." gehören nicht zu den Kurzwörtern.
Zu beachten ist jedoch, dass nur dann von Wortbildung gesprochen werden darf, wenn auf graphematischer als auch auf phonologischer Ebene ein neues Wort entsteht.

Das „unisegmentale Kurzwort" bietet die einfachste Möglichkeit der Kurzwortbildung, hierbei wird einfach ein Teil der Basis des Ursprungswortes abgeschnitten. Daraus ergibt sich die Klasse:
- der Anfangswörter: Rad · Fahrrad, Lok ·Lokomotive, Auto · Automobil, usw.
- Endwörter: Bahn · Eisenbahn, Bus ·Omnibus, usw.
- Rumpfwörter: Lisa · Elisabeth; dies ist eine seltene Form und tritt meistens bei Namen auf
Es kommt vor, dass sich das Genus beim Kurzwort ändert und aus z.B. der Frust · die Frustration, oder das Kurzwort ist ohne Kontext mehrdeutig z.B. Platte · die Schallplatte, Herdplatte, Tischplatte usw.
Die Bildung von Anfangswörtern ist in der Umgangssprache sehr aktiv, wie bei den folgenden unisegmentalen Kurzwörtern: Abi, Demo, Uni, Prof usw.
Neben den unisegmentalen Kurzwörtern gibt es auch die sogenannten multisegmentalen Kurzwörter; als multisegmental ist ein Kurzwort dann zu bezeichnen, wenn sich nicht nur ein Ausschnitt sondern mehrere aus der Langform im Kurzwort wiederfinden. Diese sind auch bekannt als Akronyme.
Auch hier gibt es wieder mehrere Klassen, wobei das Initialabkürzungswort zum produktivsten des Wortbildungsprozesses, vor allem im Computerwortschatz, gehört.
- Initialabkürzungswort: PKW · Personenkraftwagen, ICE · InterCityExpress, WWW ·World Wide Web, URL · Uniform Resource Locator usw.
Weitere Klassen sind:
- Silbenkurzwörter (bessere Aussprechbarkeit): Kripo · Kriminalpolizei, Hanuta · Haselnusstafel usw.
Eine weitere interessante Form der Ausdruckskürzungen sind die sogenannten:
- Kontamination, bei der zwei Wörter entweder gekreuzt (jein, Teuro, Demokratur · Demokratie + Diktatur) werden oder miteinander verschmelzen (verschlimmbessern) und
- Kontraktion, bei der aus einer Präposition und einem Artikel eine Wortkreuzung erzeugt wird z.B. am, beim, zur, ins usw.

Vertiefende Lektüre und Quellen:

Busch, Stenschke: Germanistische Linguistik. Tübingen 2008.

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Zitierte Literatur

Drügh, Heinz, Susanne Komfort-Hein, Andreas Kraß, Cécile Meier, Gabriele Rohowski, Robert Seidel & Helmut Weiß (Hrsg., 2012). Germanistik: Sprachwissenschaft - Literaturwissenschaft - Schlüsselkompetenzen. Stuttgart et al.

Löbner, Sebastian (2003). Semantik. Berlin.