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Bedeutung

Das Zeichenmodell nach Ferdinand de Saussure

Sprachliche Zeichen haben Bedeutungen, die wir als Sprecher einer Sprache in unserem mentalen Lexikon gespeichert haben. Ein sprachliches Zeichen hat immer zwei Seiten. Eine Inhaltsseite und eine Ausdrucksseite, diese Zweigeteiltheit des sprachlichen Zeichens nennt man bilateral.

Auf der Ausdrucksseite steht das Schriftbild oder auch das Lautbild welches ein Lexem, also das Wort als sprachliches Zeichen besitzt. Auf der Inhaltsseite steht die Bedeutung, die wir diesem Schriftbild und Lautbild zuordnen. Zur Verdeutlichung findest du hier ein Schaubild.

Nehmen wir beispielsweise das sprachliche Zeichen "Katze". Auf der Ausdrucksseite finden wir das Lautbild: [ˈkaʦə] und das Schriftbild "Katze". Auf der Inhaltsseite steht die Bedeutung, die wir diesem Lautbild und Schriftbild zuordnen: Tier auf vier Beinen, das miaut usw. Wir stellen fest, dass kein Zusammenhang zwischen dem Schrift- und Lautbild eines Lexems und der Bedeutung eines Lexems besteht. Das sprachliche Zeichen ist willkürlich zusammengesetzt, dies bezeichnet man als Abitrarität des sprachlichen Zeichens. Sprachliche Zeichen können außerdem auf einen Gegenstand aus der außersprachlichen Welt verweisen, diesen bezeichnet man als Referenten.

Die Vagheit des sprachlichen Zeichens

Sprachliche Zeichen sind vage, dass heißt sie erhalten ihre konkrete Bedeutung erst im Kontext zu anderen sprachlichen Zeichen. In einem Satz wird die konkrete Bedeutung eines jeden Lexems erst durch die nebenstehenden Lexeme deutlich. Gründe dafür sind vor allem die Ambiguität, und die Unterscheidung zwischen Denotation und Konnotation eines Lexems.

Denotation vs. Konnotation

Unter der Denotation versteht man die konkrete Bedeutung, die ein Lexem hat. Diese ist im Wörterbuch lexikalisiert. Konnotationen sind Nebenbedeutungen, die ein Wort haben kann.

Zum Beispiel bezeichnet das Lexem "Nacht" die Zeitspanne zwischen Aufgang und Untergang der Sonne. Dies ist die im Wörterbuch lexikalisierte Denotation. Konnotationen zum Lexem Nacht können Angst, Schrecken, Furcht und viele andere sein. Konnotationen sind oft vom Individuum abhängig, es gibt eine Vielzahl von konventionellen Konnotationen, die viele Sprecher miteinander teilen.

Intension vs. Extension

Intension

Die Intension könnte man auch als den Begriffsinhalt eines Lexemes umschreiben. Sie ist die Menge aller Merkmale, die unter einem Lexem vereint sind. Zum Beispiel hat das Lexem Katze folgende Intention: Tier, auf vier Beinen, miaut usw.

Extension

Die Extension gibt die Menge aller Gegenstände wieder, auf die diese Intention zutrifft. In unserem Fall wären dies alle Katzen auf der Welt.

Das Verhältnis von Intension und Extension

Würde man nun dem Lexem Katze die Intention "miaut" weg nehmen, so würde sich die Extension auf alle Tiere, die auf vier Beinen laufen ausstrecken. Die Extension würde sich also vergrößern. Fügt man zu der Intention jedoch noch weitere Merkmale hinzu z.b das Merkmal schwarzes Fell, so würde sich die Extension verkleinern, denn sie würde jetzt nur noch alle Katzen auf der Welt, die ein schwarzes Fell besitzen umschließen.

Die Bedeutungsebenen ganzer Sätze

Man unterscheidet im wesentlichen zwischen drei unterschiedlichen Bedeutungsebenen, die ein Satz hat:

1. Die Satzbedeutung

Die Satzbedeutung setzt sich nur aus der Komposition der einzelnen Lexeme in einem Satz zusammen. Der Kontext, in dem der Satz steht, mögliche Konnotationen oder Äußerungsabsichten spielen keine Rolle. Es kann immer nur eine Satzbedeutung geben!

2. Die Äußerungsbedeutung

Hier ist der Kontext, in dem der Satz steht bzw. die Situation in der der Satz geäußert wird wichtig Nur unter Zurhilfenahme des Kontextes können deixische Ausdrücke im Satz entschlüsselt werden.

3. Sprecherbedeutung oder der kommunikative Sinn

Hier spielt die Äußerungsabsicht des Sprechers eine Rolle. Was will der Sprecher mit der Äußerung des Satzes erreichen, welche Gefühle möchte er ausdrücken?

Literatur:

Löbner, Sebastian (2003). Semantik. Berlin.

Lyons, John (1980/3). Semantik Band 1/2. München.

Volmert Johannes (Hg.) (2005). Grundkurs Sprachwissenschaft. München.

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